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Es werden Posts vom Juli, 2021 angezeigt.

Corona-Verlierer: Zehnmal mehr Selbstständige als prognostiziert rutschten in Hartz IV

  Die Bundesagentur für Arbeit hatte in der COVID-19-Pandemie offenbar mit 10.000 Selbstständigen gerechnet, die Arbeitslosengeld II beantragen würden. Von April 2020 bis Juni 2021 haben jedoch 132.000 Selbstständige die auch als Hartz IV bekannte Leistung beantragt, wie das Magazin Business Insider berichtete. Die Dunkelziffer unter den Gastronomen, Künstlerinnen oder Einzelhändlern könnte höher liegen (...) Tina Hofmann, Referentin für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik beim Paritätischen Gesamtverband, sieht in der hohen Zahl der Hartz-IV-Anträge unter Selbstständigen ein Alarmsignal. “Nach den Statistiken zu urteilen, befinden sich aufgrund der Pandemie nicht nur sehr viel mehr Selbstständige und Solo-Selbstständige im Hartz-IV-System, sondern viele auch in einer beruflichen ‘Warteschleife’ – und das womöglich über eine lange Zeit”, sagt Hofmann. “Es braucht Unterstützungsangebote, die sich auf eine Fortsetzung der unterbrochenen Selbstständigkeit beziehen”, so Hofmann. Eine St...

Jacob Zuma's "Zulu-Rassismus" und die Zukunft der Demokratie im südlichen Afrika

 Liebe Schwester, mit etwas Verspätung habe ich jetzt den Zeitungsaufsatz gelesen, den du mir aus Südafrika gesandt hast. (Leider ohne Quellenangabe, so dass ich ihn hier nicht verlinken kann.) Hierzulande kreisen die Medienberichte über Jacob Zumas Inhaftierung und die daraus entstandenen Gewaltexzesse fast ausschließlich um die Anklage der ANC-Herrschaft als „Kleptokratie“. In diesen Topf schmeißen unsere Medien überhaupt alles, was deutsche Hirne zu Südafrika lesen und hören (sollen). Dieser in meinen Augen äußerst einseitigen Schablone folgend gäbe es also auch keinerlei Unterschiede zwischen Zuma und der aktuellen ANC-Funktionärskaste. Und was hier in Deutschland noch schändlicher ist: So kann man sich um das Problem des Rassismus scheinheilig herummogeln, der im südlichen Afrika nach dem offiziellen Ende der Apartheid zwar (wieder) seine Farbe geändert hat, aber doch eng mit den Hinterlassenschaften des westlichen Kolonialismus verbunden ist. Da war es für mich sehr erhel...

Nach der Wahl wird's kritisch für die LINKE

Für die Mainstream-Medien hat Corona den willkommenen Vorzug, von den vielen anderen Herausforderungen abzulenken, die in unserem Land die Politik ungelöst vor sich her schiebt. Dazu schreibt z.B. Sebastian Müller von der Internet-Redaktion "Makroskop" Anfang Juli in einer Vorschau auf die Bundestagswahl unter dem Titel "Des einen Stärke ist die Schwäche der anderen": "Nach der Flüchtlingskrise 2015 haben die Klimakrise, die COVID-19 Pandemie und die Debatte um Rassismus die ohnehin schon fragmentierte Gesellschaft bis in ihre Mitte gespalten. Bejahende Multikulturalisten gegen kommunitaristisch geprägte Einwanderungsskeptiker, Gutbürger gegen Wutbürger, Impfgegner gegen Impfwillige, „Faschisten“ gegen „Demokraten“ – der Ton ist unversöhnlich, das Meinungsklima vergiftet. Auf diese parallel existierenden Teilkrisen findet die Politik keine Antwort, antwortet vielmehr mit Symbolpolitik und „Zeichen setzen“.  (...) Sinkende Wahlbeteiligung, schwindendes Ver...