Zu den Aussichten auf die neuen Kräfteverhältnisse nach Beendigung des Ukraine-Kriegs
(1) Mit Trump hat die US-Globalstrategie sich potentiell auf die "neue Weltordnung" ausgerichtet: die Rivalität zwischen dem im Niedergang befindlichen "Westen" und dem zu Selbstbewusstsein erwachenden "Süden". Dieser neuen Konstellation zeigt sich "Europa" in keiner Weise gewachsen und gibt künftig nur noch die Hilfstruppen - das Kanonenfutter - für die um Weltbeherrschung ringenden Großmächte ab.
(2) Der Ukrainekrieg hat die westlich-transatlantische Kriegskoalition gesprengt, Europa auf seine reale geostrategische Bedeutungslosigkeit und die Eigeninteressen seiner Nationalstaaten zurückgeworfen und somit den gescheiterten Großmachttraum "EU" endgültig in leere Sprechblasen aufgelöst.
(3) Der Krieg, wie immer er im einzelnen endet, wird die Ukraine als innereuropäischen Konfliktherd hinterlassen und als ständige akute Krisenquelle in der EU virulent bleiben. Je prekärer ein Friedensvertrag für die Ukraine selbst wird, desto größer bleibt die Gefahr, dass die faschistischen Kampftruppen in der Ukraine versuchen, ihn mit Waffengewalt zu durchkreuzen. Ein Frieden würde nur halten, wenn die Ukraine, den Grenzen ihrer Nationalitäten entsprechend, aufgelöst würde und keiner der jetzt dort Herrschenden im Geschäft bleibt. Andernfalls würde Kiew immer wieder Kriege anzetteln, um die Hilfsquellen der EU abzuzocken.
(4) Durch diesen vor allem europäischen Krieg hat Europa sich wirtschaftlich an den Rand des Bankrotts manövriert. Der jetzt gestartete Großversuch, über haarsträubend destruktive Rüstungsindustrie neue wirtschaftliche Ressourcen erschließen zu wollen, erinnert an den Ritt des Barons von Münchhausen auf der Kanonenkugel.
(5) Die EU hat nicht die intellektuelle Souveränität und strategische Geschlossenheit, diesen Konflikt einvernehmlich und konstruktiv zu lösen. Er wird über kurz oder länger die ganze EU in Stücke reißen. Allerdings kann diese Auflösung sich über Jahrzehnte hinschleppen.
(6) Wenn das Schlagwort "Zeitenwende" für Europa eine historische Bedeutung hat, dann nur diese: Nach 500 Jahren Europa-zentrierter Weltherrschaft wird von diesem europäischen Krieg an (eigentlich schon seit 1945) Europas Zukunft anderswo entschieden als in Europa. Wie dieser Krieg auch immer endet, wird er Europa nur noch die Wahl lassen, einen neuen, den realen Möglichkeiten entsprechenden Platz in der aktuell entstehenden neuen Weltgemeinschaft zu finden - oder sich auf Gedeih und Verderb auf die Seite der historischen Verlierer zu schlagen.
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