Die wichtigste politische Währung der Gegenwart
Wo und wie immer auf der Welt ein Staat besteht, setzt er die Existenz einer staatstragenden gesellschaftlichen Elite voraus, als deren Herrschaft die Staatsmacht den Bürgern gegenüber tritt. Diese Macht erfordert Kontrolle über die Bürger in allen Bereichen des öffentlichen Lebens auf ihre Staatstreue. Bis gegen Ende des 20.Jahrhunderts waren im westlich-demokratischen Herrschaftssystem die allumfassenden gesellschaftlichen Kontrollinstanzen: die Familie, die Kirche, die Nation und die ideologisch-politische Einbindung in Kollektiven der Zivilgesellschaft. Der Niedergang dieser Kontrollinstanzen, beschleunigt nach 1989/90, sowie zunehmende Zweifel an der Funktionalität staatlicher Machtausübung, z.B. am Funktionieren der Gewaltenteilung, bedeuten für die Machtelite einen existenzgefährdenden Kontrollverlust über die Bürger.
Als besonders
bedrohlich erscheint der Herrschaft nun die sich explosiv erweiternde, nur
schwer zu kontrolliende Kommunikationstechnologie mit gigantischen Datenmengen
in weltumspannenden Informationsnetzen, als potentieller Raum für kritische
Aktivität. Das erklärt, warum der Staat jetzt auf breitester Front besonders
akribisch an der Überwachung der elektronischen Kommunikation arbeitet und
dabei vor Übergriffen auf den grundgesetzlichen Schutz der bürgerlichen
Privatsphäre nicht zurückschreckt.
Die
flächendeckende Kontrolle der elektronischen Medien dient jedoch nicht nur zum
Aufspüren gemeingefährlicher Umtriebe. Schon im Vorfeld dient sie der
Prävention staatsfeindlicher Gesinnungen. Der wirksamste Hebel hierfür ist
Einschüchterung der Bürger durch Erzeugung von Angst - aber nicht vor dem Staat
selbst, sondern vor einem neuen äußeren Feind, der in bisher unbekannter
Boshaftigkeit sowohl das ganze Staatswesen als auch jeden einzelnen von uns
bedroht.
Als solcher
äußerer Feind trat an die Stelle des
östlichen Reichs des Bösen nach dem Ende der Blockkonfrontation und explizit
nach dem 11.09.2001 der "Islamische Terrorismus", dessen kriegerische
Bekämpfung durch die "Koalition der Willigen" bis heute mehr als 4
Millionen Todesopfer gefordert hat.
Dabei blieb es
nicht. Kaum waren im "Krieg gegen den Terror" einige Oberhäupter
islamischer Bewegungen liquidiert und ganze Länder verwüstet worden, da erhob
ein neuer äußerer Feind der Menschheit sein böses Haupt: die Covid-19-Pandemie,
verkörpert besonders in ihren Hilfstruppen aus "Querdenkern",
Impfverweigerern und schließlich "Reichsbürgern". Deren Bekämpfung
mündete in den westeuropäischen Staaten und USA nach dem am Islam erprobten
Drehbuch in noch radikalere Gleichschaltung des Staatsvolks unter der
staatstragenden Elite - bis hin zu Medienzaren und höchsten Gerichten.
Und auch dies
ist nicht das Ende der Geschichte. Kaum verlor die Pandemie fürs erste viel von
ihrem Schrecken, da sorgt nun ein von NATO-Zentralen provozierter Krieg in
Europa für den nächsten (altbekannten) bösen Feind: Russland, China und in
deren Gefolge fast die gesamte Südhalbkugel der Erde bedrohen nun unsere
"wertegeleitete" Vorherrschaft.
Für den
geostrategischen Überlebenskampf des "Werte"-Westens ist Panikmache
zur wichtigsten politischen Währung geworden. Und jede neue Panikkampagne
zerreißt die Welt tiefer in Freund und Feind.
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