Es ist Zeit, den Panikmodus zu beenden! Öffentliche Erklärung zur Corona-Politik: Dauer-Desaster und enorme Schäden – Notwendige Konsequenzen
Von Werner Rügemer. 25.06.2021
SARS-COV-2 ist ein neuartiges Virus, das ernst
zu nehmen ist und bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen
in Abhängigkeit von Arbeits-, Sozial- und Wohnverhältnissen zu schwerer
Krankheit und Tod führen kann. Jedoch verursachen die zum Teil wissenschaftlich
strittigen und teilweise nicht begründbaren Pandemie-Maßnahmen der
Bundesregierung enorme Schäden: in der Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere
bei Kindern und Jugendlichen, im Gesundheitssystem selbst, bei prekär abhängig
Beschäftigten und Solo-Selbständigen, bei Alleinerziehenden, bei isolierten
Alten, in der Wirtschaft.
Diese Erklärung ruft dazu auf, eine
öffentliche Diskussion in Gang zu bringen, in der die bisherigen Maßnahmen der
Bundesregierung und ihre Folgen – auch mit Blick auf mögliche weitere Wellen
oder etwaige neue Pandemiefälle – sachlich aufgearbeitet und Schlussfolgerungen
für die Zukunft gezogen werden. Die Unterzeichnenden wollen, ungeachtet einiger
Differenzen in den einzelnen Punkten, diese offene und öffentliche Diskussion
befördern und dafür eine mögliche Grundlage bereitstellen. Für Korrekturen sind
wir aufgeschlossen. Es ist Zeit, den Panikmodus zu beenden. Lassen Sie uns
gemeinsam die Folgen der Corona-Krise bewerten und notwendige Änderungen
erkunden.
1. Öffentliches
Gesundheitswesen – systematische Fehlentwicklungen und fehlende Vorbereitung
Die Definition der Weltgesundheitsorganisation
WHO „Gesundheit ist der Zustand des umfassenden, körperlichen, geistigen und
sozialen Wohlbefindens“ ist durch den UN-Sozialpakt 1966 auch für Deutschland
ein verbindliches Menschenrecht für alle. Danach ist die Organisation des
öffentlichen wie privaten Gesundheitswesens auszurichten. Das betrifft auch die
Sozialversicherungen, insbesondere die Krankenkassen, die Arbeitsplätze im
Gesundheitssystem selbst wie die in den öffentlichen Verwaltungen und in den
privaten Unternehmen.
Bund und Länder haben das Gesundheitssystem –
Krankenhäuser, Pflegeheime, Dienstleistungen, Versicherungen – den Interessen
privater Investoren ausgeliefert. Ergebnis sind der rabiate Abbau und die
Unterbezahlung des Gesundheitspersonals sowie die Auslagerung medizinischer
Dienste in Niedriglohnfirmen, selbst in Vorzeigeeinrichtungen wie dem Klinikum
Charité.
Diese Veränderungen des Gesundheitssystems haben,
neben Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen während der Pandemie
gravierende negative Folgen gezeitigt.
Beispiele für Fehlentwicklungen
- Pandemie-Prävention: Regierung unterließ
fahrlässig Vorsorge
Die WHO rief 2013 wegen eines zu erwartenden neuen Sars-Corona-Virus zu nationalen Vorbereitungen auf die nächsten Pandemien auf. Der Bundestag beschloss mit der Pandemie-Risikoanalyse (Bundestagsdrucksache 17/12051 vom 3.1.2013) konkrete Vorsorgemaßnahmen: Masken, Schutzanzüge, Desinfektionsmittel, Behandlungskapazitäten. Da die Bundesregierung die Umsetzung der Vorsorge versäumte, fehlten seit Beginn der Pandemie selbst die einfachsten und billigsten Schutzmittel, sogar für das medizinische Personal. - Fallpauschale fördert Intensivbeatmung
In keinem anderen Staat wurden prozentual so viele Infizierte intensivmedizinisch behandelt wie in Deutschland. Die Fallpauschale verschafft den Krankenhäusern durch Intensivbeatmung höhere Einnahmen. Kliniken, die Alternativbehandlungen zur Intensivbeatmung entwickelten, z.B. die in Moers oder Havelhöhe, konnten die Sterberate wesentlich senken und die Liegezeit verkürzen. Gesundheitsminister Spahn und NRW-Ministerpräsident Laschet waren dort vor Ort, lobten die Ergebnisse, aber unternahmen nichts, um diese Alternativbehandlungen zu fördern. Für weitere Erprobungen hat die Bundesregierung Fördergelder abgelehnt. - Intensivbetten knapp – tatsächlich?
Deutschland hat eine europaweit hohe Intensivbettenausstattung. Die Regierung begründet dennoch den verschärften Lockdown mit der Vermeidung der Triage auf Intensivstationen. Die Betten-Knappheit entstand jedoch zum einen, zumindest anfangs, durch die rasche Einweisung von Covid-19-Erkrankten in die künstliche Beatmung; zum anderen durch fehlendes, völlig überlastetes und deshalb zunehmend kündigendes Personal. Auch waren zusätzlich eingerichtete Intensivbetten teilweise nicht einsetzbar wegen fehlendem Personal. - Krankenhäuser vor und sogar während Pandemie
geschlossen
Seit 1998 ist ein Viertel aller Krankenhausbetten eingespart worden. Statt die Behandlungsmöglichkeiten auszubauen, wurden seit Beginn der Pandemie mehr als 20 Krankenhäuser geschlossen. Wenn Gesundheitsminister Spahn im Januar 2021 seinen Staatssekretär im Bundestag behaupten ließ: „Die Bundesregierung hat keine Kenntnis über die Schließung von Krankenhäusern im Pandemiejahr 2020“, so war dies entweder bewusst wahrheitswidrig oder das Ministerium hat keine Ahnung, was in seinem Bereich geschieht. - Gesundheitsschäden durch unterlassene Behandlungen in
der Corona-Krise
Nach Angaben des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus wurden im ersten Pandemiejahr 2,4 Millionen Behandlungen und Operationen weniger abgerechnet als im Jahr davor. Betroffen sind u.a. Krebs- und Herzkranke, Nierenwäsche-, Tumor- und Amputations-Patienten. Ärzte mussten die dafür notwendigen Kapazitäten aber für die Pandemie-Bekämpfung bereitstellen. Dasselbe gilt für verschobene und unterlassene Vorsorge-Untersuchungen. Nicht wenige Erkrankte mieden aus Panik vor der Ansteckungsgefahr den Besuch von Arztpraxen. Eine Erfassung der dadurch verursachten Todesfälle und Langzeitfolgen ist bisher nicht erfolgt, aber dringend notwendig. - Mangelnde Hygiene in deutschen Krankenhäusern
Nach der Statistik des Robert Koch-Instituts infizieren sich jährlich 400.000 – 600.000 Patienten im Krankenhaus mit multiresistenten Keimen, daran sterben bis zu 20.000 Menschen. Die von der Regierung herangezogenen Virologen und Ärzte, wie Prof. Drosten/Charité, RKI-Präsident Prof. Wieler und Prof. Cichutek/Präsident Paul-Ehrlich-Institut, haben weder vor noch während der Pandemie Maßnahmen veranlasst, um diese hohen vermeidbaren Todeszahlen zu senken.2
2.
Regierungsmaßnahmen verletzen medizinische Regeln und fördern durch
Intransparenz Unsicherheit und Angst
Fakt ist: Mehr als 90 Prozent der positiv auf
den Virus Getesteten überwinden die Infektion ohne jegliche medizinische Hilfe.
Nur eine Minderheit der Infizierten zeigt typische Corona-Krankheitssymptome,
ein Teil davon wirklich bedrohliche. Statt dies transparent zu machen und auf
eine wissenschaftlich ausgewogene Darstellung der Corona-Erkrankung
hinzuwirken, verfolgen Regierung und Leitmedien die Strategie, die
beschlossenen Corona-Maßnahmen mithilfe von Angstmacherei und Alarmismus durchzusetzen.
Bundesregierung und Bundesbehörden verletzen
dabei bewährte medizinische Regeln und Standards. Ihre Anti-Corona-Maßnahmen
basieren auf Kriterien, die vielfach keine ausreichende wissenschaftliche
Grundlage in epidemiologischen, virologischen und medizinischen Fakten und
Befunden haben. Sie übernahm dabei die Sicht weniger Epidemiologen, diese
dominierte über die vieler anderer Fachärzte, Juristen und Psychologen.
Wichtige Daten wurden fahrlässig oder bewusst
nicht erhoben – insbesondere regelmäßig wiederholte Massentests an festen
repräsentativ ausgewählten Bevölkerungsstichproben.
Beispiele für Regelverletzungen und
Panikerzeugung:
- PCR-Test: Ungeeignet und dramatisierend
Das RKI erklärt jeden positiven PCR-Test für einen Covid-19-Fall, also als Nachweis einer Krankheit. Im November 2020 hat eine Gruppe von 22 international ausgewiesenen Experten ein Gutachten über den PCR-Test in der Zeitschrift Eurosurveillance vorgelegt. Der PCR-Test ist danach als Diagnoseinstrument völlig ungeeignet, weil er nicht in der Lage ist, die jeweilige Viruslast zu messen, noch kann er feststellen, ob das gefundene mRNA-Schnipsel vermehrungsfähig ist oder nicht. Nur wenn es vermehrungsfähig ist, besteht aber die Gefahr einer Ansteckung und ernsthaften Erkrankung. Da er auch auf frühere Infektionen und geringe Konzentrationen von viralem Erbgut anschlägt, werden zudem unverhältnismäßig viele falsch-positive Ergebnisse angezeigt. Dennoch wird am PCR-Test festgehalten. Auf diese Weise werden Inzidenzwerte manipuliert. - Statt Ermittlung der genauen Todesursache: Panikmache
Nach geltenden medizinischen Leitlinien muss bei der „Feststellung der Todesursache“ eine „viergliedrige Kausalkette“ angegeben werden, um die Hierarchie der Todesursachen festzustellen. Daraus werden für die Behandlung erkrankter Patienten lebenswichtige Schlüsse gezogen. Doch das RKI hat gleich zu Beginn der Pandemie davor gewarnt, bei Toten, die Covid-positiv getestet wurden, rechtsmedizinische Untersuchungen anzustellen. Es praktiziert die Gleichstellung von „an oder mit Corona“ Verstorbenen. Obwohl epidemiologisch nicht begründbar, legte RKI Präsident Wieler fest: „Bei uns gilt jemand als Corona-Todesfall, bei dem eine Corona-Infektion nachgewiesen wurde.“
Wie kommt es, dass ein staatlicher Apparat nicht
einmal zwischen denen unterscheiden will, die an dem Virus
oder mit diesem Virus gestorben sind? Es wäre doch ein
Leichtes, an einer repräsentativen Gruppe von – sagen wir – tausend
“Corona-Toten” per Obduktion einmal zu überprüfen, wer von ihnen nun wirklich
am Corona-Virus und nicht an einer Vorerkrankung gestorben ist? Warum finden
solche repräsentativen Untersuchungen nicht statt?
- Die höchste Risikogruppe vernachlässigt: Alters- und
Pflegeheime
Die höchste Sterblichkeitsrate lag, wie in allen westlichen Staaten, in den überwiegend privatisierten Alters- und Pflegeheimen. „Der Altersmedian der Toten mit oder durch Sars-Cov-2 liegt bei 84 Jahren, das ist mehr als die durchschnittliche Lebenserwartung“, so der bis 2016 amtierende Direktor des Instituts für Virologie an der Charité, Prof. Detlev Krüger. Dennoch wurde diese höchste Risikogruppe lange vernachlässigt, viel zu spät getestet und stattdessen in ihren Zimmern und Stationen isoliert, der Kontakt zu den nächsten Angehörigen über Wochen verboten. Trotz verbreitetem Pflegenotstand wurden keine zusätzlichen Behandlungskapazitäten geschaffen. Viele Todesfälle hätten hier durch frühere Maßnahmen vermieden werden können. - Plötzliche Einsicht bei Tod nach Impfung:
Vorerkrankungen sind schuld
Eine transparente und vollständige Dokumentation aller Impfungen, um Neben- und Folgewirkungen zu erfassen, gibt es bislang nicht. Als bekannt wurde, dass einige alte Menschen nach der Impfung starben, erklärte das Paul-Ehrlich-Institut unvermittelt und ohne empirische Begründung: Viele seien an ihren „multiplen Vorerkrankungen“ gestorben. Die Menschen seien somit zwar nach, aber nicht an der Impfung gestorben. Hier wurden plötzlich Vorerkrankungen ins Feld geführt, während bei den Todesfällen „an und mit Corona“ Vorerkrankungen nicht in Betracht gezogen und nicht ermittelt werden. Warum werden hier zweierlei Maßstäbe angewandt? - Wie die WHO unterstreicht, ist das Ansteckungsrisiko
für sozial, wohn- und arbeitsmäßig benachteiligte Menschen besonders
groß. Dennoch wird dies bei den Maßnahmen zunächst überhaupt nicht und
bis heute nicht wesentlich berücksichtigt. Deutsche Politiker und
Virologen zeigten sich überrascht, als prekär Beschäftigte im
Niedriglohnsektor oder eng wohnende Hartz IV-Empfänger besonders häufig
positiv getestet wurden und sich in den Schlachtbetrieben von Tönnies,
Vion, Danisch Crown u.a. plötzlich Tausende Beschäftigte infizierten. Die
Corona-Krise macht so deutlich, welche negativen Folgen der Abbau der
staatlichen Aufsicht über Berufskrankheiten und betrieblichen
Gesundheitsschutz unter den Arbeitsministern Scholz und von der Leyen hat.
- Kindeswohl wird massenhaft verletzt
Obwohl zahlreiche Studien nachweisen, dass die Ansteckungsrate und Infektiosität von Kindern und Jugendlichen extrem gering ist, wurden flächendeckende Schulschließungen angeordnet. Home-Schooling verstärkt nachweislich die sozial bedingte Lern-Ungleichheit. In Verbindung mit Home Office bedeutet es vielfach krankmachende Überlastung aller beteiligten Familienmitglieder. In vielen Familien fehlen wichtige Voraussetzungen: Geräte, ruhiger Ort, Betreuung. Die Zahl der Schulabbrecher hat sich in der Pandemie bereits verdoppelt. Besonders eklatant zeigen sich die Folgen in der für den Lockdown-Zeitraum nachgewiesenen Vervielfachung von Depressionen und Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen.
III.
Ausrichtung der Maßnahmen auf große Privatunternehmen und deren Profit
Die politisch verordneten Maßnahmen dienen
vorrangig der Unterstützung großer, auch umweltschädlicher Konzerne. Diese werden
von Pandemie-Maßnahmen ausgenommen, vor Krisenfolgen geschützt und massiv
finanziell unterstützt. Dagegen werden insbesondere Kleinunternehmen,
Dienstleister (Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe), der gesamte
Kultur- und Bildungsbereich massiven Einschränkungen unterworfen. Es gibt eine
extrem ungleiche Verteilung der psychischen, gesellschaftlichen und
finanziellen Folgekosten der Krisenbewältigung: Lohnabhängige, Soloselbständige
und ihre Familien erleiden z.T. extreme wirtschaftliche Einbußen. Gleichzeitig
hat sich die Wirtschaft zugunsten weniger Großprofiteure umgebaut.
Beispiele:
- Staatliche Förderung aus dem mit 600 Milliarden Euro
ausgestatteten Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erhalten in großem
Maßstab Konzerne, sogar solche mit Steuerfluchtmodellen sowie
umweltschädliche Unternehmen, wie die Lufthansa oder Hersteller von Autos
mit Benzinmotoren. Größte Profiteure der Lockdowns waren
US-Digitalkonzerne, wie Amazon, Microsoft, Apple, Zoom, die unmittelbar
von der Schließung weiter Teile des Einzelhandels profitierten. Große
Aktienunternehmen, die durch staatlich finanzierte Kurzarbeit ihre
Verluste minimieren konnten, schütteten in der Krise zum Teil hohe
Dividenden an ihre Aktionäre aus (z.B. Daimler). Die Corona-Maßnahmen
führten zur Verschärfung von Konzentrationsprozessen in der deutschen
Wirtschaft, insbesondere zugunsten digitaler Monopolisten.
- Dagegen werden Hunderttausende anstehende Insolvenzen,
insbesondere bei Soloselbständigen im Kulturbereich, in Einzelhandel und
Gastronomie, nur verschleppt. Für Arbeitnehmer bedeutet Kurzarbeitergeld,
so wichtig es ist, vermindertes Arbeitseinkommen. Prekär und befristet
Beschäftigte bekommen nicht einmal Kurzarbeitergeld.
- Investoren dürfen Mieten und Preise für Wohnungen
weiter steigern. Die während der Krise imagefördernd gestundeten
Mietzahlungen werden inzwischen wieder eingetrieben.
- Unternehmen sind vom Infektionsschutz-Gesetz
ausgenommen: Für sie gilt erst verspätet seit 20.8.2020 die zudem durch
die Unternehmenslobby verwässerte SARS CoV-2-Arbeitsschutzregel. Entgegen
dem angeblich vollständigen Lockdown war und ist die große Mehrheit der
etwa 45 Millionen abhängig Beschäftigten weiter regelmäßig in Unternehmen
tätig: Im „verschärften“ zweiten Lockdown seit Januar 2021 waren dies
mindestens 34 Millionen.
- Die inzwischen verordnete Pflicht der Unternehmen zur
Bereitstellung von Tests wird nicht nachhaltig staatlich kontrolliert. In
Betrieben werden FFP2-Masken vielfach ohne die vorgeschriebenen Pausen
getragen. Unternehmen wie Amazon ziehen den Beschäftigten die bei
FFP2-Masken vorgeschriebenen Pausen von der Arbeitszeit ab.
- Impfstoff-Hersteller, die mit öffentlichen Mitteln hoch
subventioniert wurden, werden von Bundesregierung und Europäischer
Kommission von der Haftung für Neben- und Folgewirkungen freigestellt.
Gleichzeitig wird die Forschung zu Covid-19-Medikamenten sträflich
vernachlässigt. Deutsche Firmen, die an der Entwicklung von Medikamenten
zur Therapie von Covid 19 arbeiten, also unmittelbar lebensrettend, wurden
im Gegensatz zu Impfstoffentwicklern kaum unterstützt.
IV.
Abbau demokratischer Strukturen und die Verletzung von Grundrechten und
Völkerrecht
Neue Definition von Pandemien unter US-Druck: Die WHO hat 2009 unter dem Einfluss
ihrer wichtigsten Geldgeber – der USA und der privaten Gates-Stiftung – die
Definition für Pandemien endgültig erheblich verändert. Anlass war die
„Schweinegrippe“, die, obwohl sie sehr mild verlief, dennoch als Pandemie
klassifiziert wurde. Das bisherige Kriterium für eine Pandemie, nämlich eine
„enorme Zahl an Todesfällen und Krankheit“ (enormous number of deaths and
illness) wurde ersatzlos gestrichen. Auf dieser fragwürdigen Grundlage sind
flächendeckend und radikal Freiheitsrechte eingeschränkt worden wie noch nie in
der Geschichte der Bundesrepublik.
- Insbesondere der Passus über die „epidemische Lage von
nationaler Tragweite“ erlaubt radikale Grundrechtseingriffe: Der
Freiheits-Lockdown greift massiv ein in die Bewegungsfreiheit, die
Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit, die Unverletzlichkeit der
Wohnung. Er ermöglicht Kontaktverbote bis in die Privatsphäre von Familien
und Pflegeheimen, eine Art Stubenarrest für die Bevölkerung, bis hin zu
nächtlichen Ausgangssperren, er erlaubt die Aussetzung der Gewerbefreiheit
und das berufliche Tätigkeitsverbot.
- Die erheblichen Einschränkungen wurden mit dem
Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit begründet – zweifellos ein
schwerwiegendes Recht, dem aber dennoch nicht automatisch der absolute
Vorrang gegenüber allen anderen zukommt. Genau hier hätte eine öffentliche
Debatte über Verhältnismäßigkeit, Geeignetheit und Angemessenheit
ermöglicht werden müssen. Stattdessen wurde das öffentliche Leben auf das
Kriterium des Übertragungsrisikos reduziert, der Einzelne demagogisch als
Gefährder seiner Mitmenschen dargestellt.
- Proteste dagegen sind weitgehend verunmöglicht,
Parlament und Opposition ließen sich von der Bundesregierung entmachten,
die Leitmedien halten sich in gewohnter Nähe zur Exekutive. Lauernde
Aggressivität bestimmt die öffentliche Stimmung. Begründeter Zweifel,
selbst künstlerische Äußerungen wie Satire, werden massiv angegriffen und
häufig als rechte oder gar antisemitische Äußerungen etikettiert.
Kritische Stimmen werden pauschal und willkürlich als „Coronaleugner“,
„Querdenker“ und „Verschwörungstheoretiker“ diffamiert, ohne auf ihre
Argumente einzugehen.
- Der Verfassungsschutz macht „alternative Plattformen“
für das „Schüren politischer Entfremdung in Deutschland“ verantwortlich,
überwacht diese und verhindert so eine sachliche öffentliche
Auseinandersetzung. Blogs werden wegen angeblicher „Verletzung der
journalistischen Sorgfaltspflicht“ gesperrt, ohne dass derselbe richtige
Maßstab an alle öffentlichen und privaten Großmedien angelegt wird. Durch
den Aufbau derartiger autoritärer Überwachungspraktiken wird die
demokratische Substanz unseres Landes ausgehöhlt.
- Gleichzeitig schürt die Bundesregierung im Verbund mit
der EU gegen den Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung aufwendig
Feinbildbilder, insbesondere gegen Russland und China. Um geopolitische
Machtinteressen zu kaschieren, werden nach den bewährten Praktiken des
Kalten Krieges Menschenrechte vorgeschoben und wirtschaftliche Sanktionen
als demokratische Erziehungsmaßnahmen deklariert.
- Im Schatten der ausufernden medialen Darstellung der
Pandemie-Maßnahmen setzen die Bundesregierung und Teile der Opposition die
Aufrüstungsauflagen der US-dominierten NATO um. Dem von 122 Staaten
gebilligten Atomwaffenverbotsvertrag der UNO, der für den Willen der
Menschheit steht, ohne diese Massenvernichtungswaffe leben zu wollen, hat
kein Atomwaffenstaat und kein NATO-Mitglied zugestimmt, auch Deutschland
nicht. Stattdessen ist während des zweiten Lockdowns beim Manöver
„Resilient Guard“ in Büchel unter größter Geheimhaltung der Einsatz von
Atomwaffen gegen Russland geprobt worden.
- Die Arten sterben schon, das Klima beginnt zu
kollabieren und auch die Demokratie ist gefährdet. Die Pandemie muss das
Bewusstsein dafür schärfen, dass es nicht genügt, zum vorherigen Zustand
zurückzukehren. Es bedarf einer neuen Rechts- und Sicherheitspraxis, die Gemeinwohl
vor privates Gewinnstreben stellt, die die Kluft zu den armgehaltenen
Ländern (auch innerhalb der EU) ausgleicht und so dem Recht auf Leben
besser gerecht wird.
V.
Notwendige Konsequenzen und Aktivitäten (Auswahl)
- Die Corona-Krise hat gezeigt, dass ein privates,
vorwiegend auf Gewinn ausgerichtetes Gesundheitswesen für die
Anforderungen einer Pandemiesituation nicht gerüstet ist. Das bedeutet:
Klinikschließungen müssen sofort beendet werden; wir brauchen mehr und
besser bezahltes Pflegepersonal, und wir brauchen wieder mehr kommunale
und staatliche Krankenhäuser, überhaupt ein größeres Gewicht der
öffentlichen Hand im Gesundheitswesen. Außerdem sollte ein Mindestmaß
nationaler Produktionskapazitäten für bestimmte Medizinprodukte
sichergestellt werden.
- Im Sinne des Grundgesetzes müssen alle
Grundrechtseinschränkungen so schnell wie möglich zurückgenommen werden.
Dies liegt in der besonderen Verantwortung des Bundestags und der in ihm
vertretenen Parteien, aber auch der Verfassungsorgane.
- Die Dominierung des öffentlichen Diskurses durch eine
kleine Gruppe von regierungsnahen Virologen und Epidemiologen muss beendet
werden. Unsere Gesellschaft muss dringend zurückkehren zu einem offenen
Diskurs, in dem auch kritische Stimmen und alle sachbezogenen Argumente
von Experten, Wissenschaftlern und Bürgern zugelassen sind und diskutiert
werden können. Die Ächtung von Kritikern durch pauschale Feindbilder wie
„Coronaleugner“ , „Verschwörungstheoretiker“ und „Querdenker“ zerstört
jedweden Diskurs, ohne den keine Demokratie bestehen kann. Eine besondere
Verantwortung in diesem Kontext kommt den Medien zu.
- Die Corona-Krise hat die soziale Spaltung unserer
Gesellschaft enorm vertieft. Große Teile der Bevölkerung haben keine
politische Stimme, keine Organisationsform, keine mediale Repräsentanz und
keine Lobbyisten für eine politische Vertretung ihrer Interessen. Das
Gefühl gesellschaftlicher Ohnmacht breitet sich aus und kann gefährlichen
Entwicklungen Raum geben. Hier muss dringend gegengesteuert werden.
- Die Corona-Maßnahmen haben bekanntlich immense Kosten
mit entsprechend hoher Staatsverschuldung verursacht. Die bisher extrem
ungleiche Verteilung der gesellschaftlichen und finanziellen Folgekosten
der Krisenbewältigung muss beendet werden. Die auf uns alle zukommenden
Lasten müssen fair verteilt werden. Profiteure der Krise und sehr
Vermögende sind dabei in besonderem Maße heranzuziehen, z.B. in Anlehnung
an den Lastenausgleich nach dem 2. Weltkrieg.
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- Dr. Annette Bänsch-Richter-Hansen/Ärztin für Kinder-
und Jugendpsychiatrie
- Maria Bermig/Psychotherapeutin
- Armin Bernhard/Prof. Erziehungswissenschaft
- Renate Börger/Journalistin/attac München
- Eva Borst/Prof. Erziehungswissenschaft
- Almuth Bruder-Bezzel/Psychotherapeut
- Prof. Klaus-Jürgen Bruder/FU Berlin
- Prof. Dr. Aris Christidis/Informatik
- Dieter Dehm/MdB Die Linke
- Friedrich Deutsch/Heilpraktiker
- Dagmar Doerper/Rat attac-D
- Radimé Farhumand/Ärztin
- Susanne Fischbach/Erzieherin
- Reinhard Frankl/Klartext e.V.
- Dr. Elke Fritsch/Internistin
- Prof. Dr. med. Karl Hecht/Klinische und Experimentelle
Pathophysiologie
- Dr. Kai Herthneck/Psychoanalytiker
- Dipl.Ing. Ronald Hönig/Stadtplaner
- Sabine Hönig/Krankenschwester
- Margit Hoffmann/Psychotherpeutin
- Klaus Jünschke/Autor
- Regina Junge/Keramikerin
- Antje Kirchner/Rat attac-D
- Prof. Dr. Michael
Klundt/Kindheitswissenchaft/Hochschule Magdeburg-Stendal
- Dr. Heike Knops/Philosophin/ordinierte Theologin
- Michael Koeditz/Diplompädagoge/GEW
- Dr. med. Thomas Külken/Facharzt für Allgemeinmedizin
- Dr. Cornelie
Kunze/Afrikanistin/Wirtschaftswissenchaftlerin
- Dr. Stefan Kurella/Medizinsoziologe
- Günter Kuesters/Rat von attac-D
- Dr. med. Rebekka Leist/Frauenärztin
- Klaus Lübberstedt/Diplomvolkswirt/Die Linke
- Rantje Meierkord/Fachärztin für Allgemeinmedizin
- Dr. Martin Metzger/Anästhesist
- Jusuf Naoum/Schriftsteller und Physiotherpeut
- Elke Nordbrock/Die Linke
- Prof. Norman Paech/Politikwissenschaft und Öffentliches
Recht
- Klaus Pfaffelmoser/Mathematiker
- Dr. med. Mathias Poland
- Arnulf Rating/Kabarettist
- Dr. med.
- Magdalena Resch/Ärztin für Kinder- und
Jugendpsychiatrie
- Freimut Richter-Hansen/Rechtsanwalt
- Dr. Matthias Rießland/Feldenkraispädagoge
- Prof. Rainer Roth/Klartext e.V.
- Werner Rügemer/Publizist/Transparency International
- Dr. med. Bernadette Schmidt/Ärztin Naturheilverfahren
- Prof. Michael Schneider/Schriftsteller/PEN Deutschland
- Ralph Schöpke/attac
- Dr. Ilse Schütze/Fachärztin für Allgemeinmedizin
- Eberhard Schultz/Rechtsanwalt/Stiftung für soziale
Menschenrechte und Partizipation
- Annemarie Utikal/engagierte Zeitgenossin
- Dr. med. Hans-Peter Utikal/Diplomchemiker und Arzt
- Stefan Vey
- Christoph Wackernagel/Schauspieler
- Prof. Harald Walach/Universität Witten-Herdecke
- Hellmut Weber/Unternehmensberater
- Dr. Ronald Weikl/Frauenarzt und praktischer Arzt/MWGDF
- Ingrid Weinand/Erziehungswissenschaftlerin/attac
- Dr. med. Nadia Weinbach/Psychotherapeutin
- Tobias Weißert/Rhein-Main-Bündnis
- Dr. Hartmut Wihstutz/Arzt
Weitere Unterschriften und Vorschläge sind
willkommen
Kontaktadressen:
Dr. Heike Knops
heike.knops@online.de
Werner Rügemer
interventphil@posteo.de
Übernommen aus:
https://gewerkschaftsforum.de
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