Einfluss der Schnelltests auf die Infektionszahlen in Dortmund

Der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamtes Dr. Frank Renken hat in einer Pressekonferenz der Stadt bestritten, dass die Zuwächse an Corona-Infektionen wesentlich von der Zahl der durchgeführten Tests abhängen. Viel einflussreicher sei die Zunahme der "britischen" Virus-Mutante. Ich habe diese Behauptung an den Dortmunder Zahlen überprüft und komme zu folgendem Ergebnis.

Neuinfektionen               06.03. - 12.03.      389

                                        13.03. - 19.03.      575 (Zunahme ggü. Vorwoche +186)

                                        20.03. - 26.03.      748 ( "                                      +173)

Etwa ab dem 15.03. legten die Schnelltest-Zentren richtig los. Von den ab 13.03. mit PCR-Test nachgewiesenen 575 Neuinfektionen gingen 65 Fälle auf vorherige Schnelltests zurück (= 11%).

Der Anteil der "britischen" Mutante (B 1.1.7) an der Gesamtzahl aller positiv Getesteten lag am 13.03. bei 2,04% - am 20.03. bei 2,82% - am 27.03.21 bei 4,2%. Zu den 575 Neuinfektionen der Woche 13.03. - 19.03. trug sie in 165 Fällen bei (= 29%).

Fazit: Die Zahlen belegen klar die stärkere Aggressivität der Virus-Mutante B 1.1.7. Auch wenn es so scheint, als sei ihr Einfluss auf die Testergebnisse mehr als doppelt so hoch wie der Einfluss der Teststrategie, ist es logisch unzulässig, diese beiden Größen einander gegenüber zu stellen, denn auch Infektionen mit der aggressiveren Variante fallen zum Teil zunächst in den Schnelltests auf, würden also doppelt gezählt. Nicht zu leugnen bleibt die Tatsache, dass die Inzidenz als Kriterium für Regierungshandeln erheblich von der Teststrategie abhängt.

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